„Schausteller:innen und Kulturschaffende wie die Veranstaltungsbranche sind Wirtschaftsbereiche, die besonders stark und lang von Einschränkungen zugunsten unseres gemeinsamen Gesundheitsschutzes betroffen waren. Kultur- und Straßenfeste wie unser Altstadtfest sind elementare Bestandteile für ihr wirtschaftliches Leben und unsere kulturelle wie gemeinschaftliche Entwicklung. Einschneidende Veränderungen waren derlei nun genug und die seitens der TTM beabsichtigte Verlegung des Altstadtfestes 2022 erscheint durch die Führungslosigkeit und mangelnde Kommunikation als schwere Hypothek, die wir nicht akzeptieren können“, kritisiert der Trierer SPD Fraktionsvorsitzende Sven Teuber die von der TTM beschlossene Verlegung des Altstadtfestes für 2022.


Der Aufsichtsrat der TTM GmbH hatte bereits am 12. März 2020 die Verlegung des Altstadtfestes 2022 beschlossen. Der damalige Beschluss wurde seitdem nicht mit den Partnerinnen und Partnern besprochen und – trotz weiteren 14 Monaten übergroßer Einschränkungen aufgrund der Pandemie – nicht erneut überprüft. Dies verlangen die Sozialdemokrat:innen um Teuber nun vom Aufsichtsrat in einem Schreiben an den zuständigen Geschäftsführer, Norbert Käthler, und die kommissarisch Verantwortliche, Bürgermeisterin Garbes.


„Ich empfinde es darüber hinaus als sehr befremdlich, wie sich der TTM Geschäftsführer zu dem herbeigeführten Beschluss äußerte. Schließlich war es Herr Käthler selbst, der die Verlegung aus durchaus sachlich nachvollziehbaren Gründen vorschlug und zur Abstimmung stellte. Dass er sich nun selbst so zitieren lässt, als hätte die TTM dies nun halt umzusetzen und so den Anschein erweckt, dass er überhaupt nicht an der Herbeiführung als Geschäftsführer beteiligt gewesen sei, lassen wir so nicht stehen. Wir wollen, dass eine pragmatische und für alle Seiten vertretbare Lösung gefunden wird. Dies unter Einbezug der Partnerinnen und Partner, die am Fest beteiligt sind. Hierzu werden wir eine Sondersitzung einfordern, die sich mit der Lösung der Problemlage beschäftigten soll“, kommentiert der Sozialdemokrat.


Die SPD wird jedoch nicht akzeptieren, dass der Geschäftsführer die vergangenen 14 Monate offensichtlich überhaupt nicht genutzt hat, um über die elementare Entscheidung für 2022 mit den handelnden Akteuren aus Kultur, Veranstaltungsbranche und Schausteller:innen ins Gespräch zu kommen. Auf uns wirkt dies so, dass es aus Sicht der betroffenen Branchen als mangelnde Wertschätzung und fehlende Sensibilität seitens der TTM Geschäftsführung gegenüber ihren Nöten verstanden werden könnte. Dies wollen wir vermeiden und distanzieren uns daher in diesem Punkt klar. Gleichzeitig wird es dem Stellenwert eines grandiosen Altstadtfestes 2022 nach zwei Jahren der Entbehrung nicht gerecht. Wir empfinden den Umgang nicht als adäquat und fahrlässig, um Vertrauen und Stärke aller zurückzugewinnen. Gerade die Spitze der TTM als zentrale städtische Gesellschaft muss hier aus unserer Sicht anders vorangehen“, fasst Teuber die Erwartungen an den Geschäftsführer der TTM für die Zukunft zusammen.


„Die Verlegung des Altstadtfestes aufgrund der Eröffnung der Landesausstellung kann im März 2020 natürlich verständlich und nachvollziehbar gewesen sein. Diesen Vorschlag und Beschluss kritisieren wir daher nicht, da er im Kern das Ziel hatte, möglichst viele schöne Anlässe der Begegnung und des gemeinsamen Genusses zu ermöglichen. Der Weg zum Beschluss ohne Beteiligung der ausführenden Kräfte und die 14 Monate seitdem ohne Beteiligung und Diskussion sind aber nun mit in die Überprüfung des Beschlusses des Aufsichtsgremiums einfließen zu lassen. Uns alle sollte einen, unsere Innenstadt wieder so als Wohnzimmer für alle Trierer:innen wie auch unsere herzlich willkommenen Gäste genießen zu dürfen. Und ich bin dankbar, dass uns insbesondere Kulturschaffende, Schaustellende, Hoteliers, Gastronomen wie auch die Veranstaltungswirtschaft mit einem reichhaltigen Einzelhandel dabei so stark unterstützen“, hält Sven Teuber abschließend fest.

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